Autor Thema: Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen  (Gelesen 5569 mal)

Reinhard

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Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« am: 17. Juni 2014, 16:55:25 »
Hallo Tesla Fans,

laßt uns hier einen produktiven Dialog zu Tesla führen.  Dabei wird es helfen, konsequent zwischen (möglichst gesicherten) Fakten und den Mythen, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben, zu unterscheiden.    Konstruktiv, ohne persönliche Beleidigungen / Zynismen, mit dem Ziel, diesen genialen Erfinder besser zu verstehen und von ihm zu lernen.

Reinhard
« Letzte Änderung: 24. Juni 2014, 23:22:58 von TeslaTech »

Michael

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Antw:Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« Antwort #1 am: 17. Juni 2014, 17:16:37 »
Habe heute gerade einen Artikel von Tesla gelesen:
http://www.teslauniverse.com/nikola-tesla-article-the-transmission-of-electrical-energy-without-wires-as-a-means-for-furthering-peace
Hier schreibt er über die drahtlose Stromübertragung.
Jetzt frage ich mich, warum wir so viele Stromleitungen haben..?  ;)
« Letzte Änderung: 17. Juni 2014, 17:18:45 von Michael »

Physikus

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Antw:Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« Antwort #2 am: 18. Juni 2014, 01:11:02 »
Da gibt's vielleicht noch einen weiteren Grund: Viele Leute fühlen sich bereits von den wenige Watt starken Handy-Sendern belästigt. Die wären wohl nicht sehr froh, wenn plötzlich Gigawatt starke Strom-Sender die Köpfe aller Bewohner der Nordhalbkugel zum Glühen brächten.  ???

Gruß, Physikus

PhysikFan

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Antw:Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« Antwort #3 am: 18. Juni 2014, 08:32:48 »
Jetzt frage ich mich, warum wir so viele Stromleitungen haben..?

Weil die von Tesla angeführten Methoden nicht funktionieren oder unpraktikabel sind?

Als Tesla diese Methoden entwickelt hat, waren viele Parameter der Ionosphere nicht bekannt. So z.B. nicht die Dämpfung und die extreme Abhängigkeit einiger Schichten von solarer Strahlung. Radio DXer und Funkamateure kennen das. Tagsüber geht gar nichts, nachts viel, das ganze schwankt total tageszeitabhängig, jahreszeitabhängig, abhängig von den Zyklen der Sonnenaktivität. Einige Parameter hat Tesla falsch eingeschätzt, so z.B. die Verluste bei einigen Methoden, die das ganze zwar theoretisch nicht verhindern, aber praktisch viel zu teuer machen.

Es sind einige Aufzeichnungen mit Konstruktionsüberlegungen zum Wardenclyffe Tower von Tesla bekannt, aus denen hervorgeht, dass er sich selbst nicht ganz sicher war, was er wie in welchen Dimensionen bauen muss, bzw. für einige Überlegungen der dann gebaute Turm viel zu klein war.

Gruß, Physik Fan.

PhysikFan

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Antw:Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« Antwort #4 am: 18. Juni 2014, 08:45:29 »
Entweder @PhysikFan betreut die Überstromleitungen, wenn er morgens schon gegen 5 Uhr früh hier am Forum hockt, oder aber J.P. Morgan hat Nicola Tesla den Saft abgedreht.   :-*

J.P. Morgan hat Tesla damals die finanzielle Unterstützung entzogen, weil Tesla ihn und die Öffentlichkeit nicht darüber informiert hat, was er mit dem Wardenclyffe Tower eigentlich vor hatte: Konventionell erzeugte Energie drahtlos zu übertragen anstatt weltweite Telegrafie. In der weltweiten drahtlosen Telegrafie haben viele ein großes Verdienstpotential gesehen, in der drahtlosen und damit unkontrollierbaren Energieverteilung naturgemäß nicht. Man kann das ganze in Teslas Briefen an Morgan nachvollziehen und aus Interviews mit Tesla in diversen Zeitungen zur Grundsteinlegung in Long Island. Da war nur von drahtloser Kommunikation die Rede.

Normalerweise sitze ich ab 5:30 im Büro, stehe gegen 4:30 auf. Meine Tätigkeit lässt mir ein paar Freiräume zum Lesen und Posten. Was ist besonderes daran, wenn ich das zu Hause vorm Büro oder im Büro recht früh mache? Ich mache das nebenbei zur Entspannung. Mit Stromerzeugung oder -Übertragung habe ich nichts zu tun.

Gruß, Physik Fan.

Michael

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Antw:Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« Antwort #5 am: 18. Juni 2014, 11:23:50 »
Da gibt's vielleicht noch einen weiteren Grund: Viele Leute fühlen sich bereits von den wenige Watt starken Handy-Sendern belästigt. Die wären wohl nicht sehr froh, wenn plötzlich Gigawatt starke Strom-Sender die Köpfe aller Bewohner der Nordhalbkugel zum Glühen brächten.  ???
Diese Tatsache muss dann wohl auch zu den Gründen gehören, warum J.P. Morgan ihn hat fallen lassen.
Gut das dieser feige Massenmord, den Tesla anscheinend im Sinn hatte, verhindert wurde.

albert

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Antw:Nikola Tesla, Wirklichkeit und Mythen
« Antwort #6 am: 18. Juni 2014, 19:08:14 »
Also ich meine man kann dem Mann nicht gerecht werden, wenn man ihn nicht als Kind seiner Zeit sieht. Er war ein Visionär, und hat sehr klar vorhergesehen, wohin die Abhängigkeit vom fossilen Brennstoff eines Tages führen würde.
Die Übertragung von Elektrizität auf große Distanzen ohne Kabel war sein Wunschtraum. Wie die Anderen postings schon ausgeführt haben, war das illusorisch und würde auch wegen des Elektrosmogs nicht funktionieren.
Bis nach dem Wardenclyffe- Debakel war er ein führender Wissenschaftler. Der Grund für seinen Niedergang war nicht nur das finanzielle Desaster nach der Wardenclyffe-Sache, sondern auch, dass sich zum Anfang des 20. Jhdts. die Physik radikal geändert hat.
Einstein, Planck und die anderen Begründer der modernen Quantenphysik haben entscheidend dazu beigetragen, dass Tesla auf ein Abstellgleis geriet.
Er war in einer Zeit aufgewachsen, als die gesamte elektromagnetische Theorie auf dem Äther beruhte. Die Weiterentwicklungen der Physik konnte er nicht mehr begreifen und hat das auch  öfter so gesagt.
Man muss auch sein Genie etwas relativieren, wenn man sieht, an wievielen Erfindungen er nur knapp vorbeigeschrammt ist.
Durch die Brandkatastrophe in seinem New Yorker Labor ist er möglicherweise daran gehindert worden,die Röntgenstrahlen zu entdecken. Die komplette Technik für Funk und Fernsteuerung hatte er bereits lange vor Marconi. Aber er hat nichts draus gemacht.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob ihm unsere heutige Idee von "Freier" Energie überhaupt verständlich gewesen wäre. Die Energie muss immer irgendwo herkommen, sie kann nicht aus dem Nichts erzeugt werden.
Er hat immer nur davon gesprochen, die Energie anzuzapfen, die aus dem "ambient background" kommt. Also das, was Sonne und der Rest des Universums zu uns einstrahlen, bzw. was durch Erddrehung und Erdmagnetfeld hereinkommt.
Genau diese Frage stellt sich noch heute. Wenn wir Wind und Solar nutzen, mit miserablen Wirkungsgraden, gehen wir immer noch an 90 % der Energie vorbei, die auf die Erde einstrahlt.
Mit unserem heutigen Wissen und vertieftem Verständnis sollte sich das doch verdammt nochmal endlich ändern lassen.
« Letzte Änderung: 18. Juni 2014, 19:10:50 von albert »