Autor Thema: .....nur was für Poeten und Literaten  (Gelesen 3097 mal)

Reinhard

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.....nur was für Poeten und Literaten
« am: 04. Juni 2014, 09:32:26 »
Die Dynamik um den QEG erinnert mich an ein Gedicht, das wohl die 'älteren Semester' unter uns mal auswendig gelernt haben  ;)

  Die Schatzgräber 


von:  Bürger, Gottfried August


Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
In unserm Weinberg liegt ein Schatz;
grabt nur danach ! - An welchem Platz ?
Schrie alles laut den Vater an. -
Grabt nur ! - O weh ! Da starb der Mann.

Kaum war der Alte beigeschafft,
da grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
man warf die Erde gar durchs Sieb
Und zog die Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her.
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder fühlt sich angeführt.

Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
dass jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und gruben nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus.

albert

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Antw:.....nur was für Poeten und Literaten
« Antwort #1 am: 05. Juni 2014, 18:25:19 »
Wunderbar!

So ähnlich wirds uns auch gehen. Free energy ist alles andere als free. Wenn überhaupt gehts nur durch Arbeit, Nachdenken und ein bisschen Intuition.

albert

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Antw:.....nur was für Poeten und Literaten
« Antwort #2 am: 22. Juni 2014, 17:02:25 »
Aus meinem geliebten FAUST...Achtung, die Kabale liest mit ::)

Wer darf das Kind beim Namen nennen?
  Die wenigen, die was davon erkannt,
  Die töricht g'nug ihr volles Herz nicht wahrten,
  Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten,
  Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.

Der "Erdgeist":

In Lebensfluten, im Tatensturm
  Wall ich auf und ab,
  Wehe hin und her!
  Geburt und Grab,
  Ein ewiges Meer,
  Ein wechselndes Wehen,
  Ein glühend Leben,
  So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit
  Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.
  FAUST:
  Der du die weite Welt umschweifst,
  Geschäftiger Geist, wie nah fühl ich mich dir!
  GEIST:
  Du gleichst dem Geist, den du begreifst,
  Nicht mir!



Mike

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Antw:.....nur was für Poeten und Literaten
« Antwort #3 am: 23. Juni 2014, 11:19:46 »
An die Wissenschaft.

O Wissenschaft! Du Tochter alter Zeit!
Du, deren Auge ändert alle Dinge:
Ein Geier, der das Herz benagt und weit
ausbreitet des Realen träge Schwingen!

Wie sollte dich der Dichter lieben? Wie
Dich weise nennen, die du so voll Tücke
den kühnen Himmelsflug ihm hemmst, und nie
den Sternenpfad ihm gönnst zu seinem Glücke?

Triebst du Diana nicht von ihrem Wagen?
Und die Dryade aus dem Walde fort?
Zu glücklichem Gestirn, geschützterm Ort?

Und hast die Nymphe aus der Flut getragen?
Und nahmst dem Elfenvolk und mir den Traum
im Sommergras beim Tamarindenbaum?

Edgar Allan Poe

Reinhard

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Antw:.....nur was für Poeten und Literaten
« Antwort #4 am: 23. Juni 2014, 11:55:50 »
Toll!
Danke, Albert und Mike, für die tiefen Erkenntnisse von Goethe und Poe.
Weiter so.

Reinhard